Ergebnisse

Seit dem 16. März, dem Weltschlaftag, 2018, läuft die Umfrage „Wie schläft Österreich“ des Salzburger Labors für Schlaf- und Bewusstseinsforschung. Mittlerweile haben rund eintausend Personen zwischen 18 und 90 Jahren wurden in einer Online-Erhebung zu Schlafgewohnheiten, Schlafproblemen, Zeitumstellung und digitale Medien befragt. Im Mai 2019 haben Prof. Manuel Schabus vom Salzburger Schlaflabor und Dr. Christine Blume vom Zentrum für Chronobiologie der Uni Basel (Schweiz) die bis dahin erhobenen Daten erstmalig ausgewertet[1].

„Als positiv ist die durchschnittliche Schlafdauer anzusehen, rund 68% der Befragten gaben an, zwischen sieben und neun Stunden zu schlafen, was den generellen Empfehlungen von Schlafexperten entspricht“ sagt Christine Blume. Beunruhigend ist allerdings, dass auch fast die Hälfte aller TeilnehmerInnen angab, unter Schlafproblemen zu leiden. „Es ist alarmierend, dass nur knapp ein Drittel der Befragten sich selbst als ‚gute/n Schläfer/in‘ bezeichnet“, ergänzt Manuel Schabus. In einer Gesellschaft mit einem hohen medizinischen Versorgungsstandard sei es inakzeptabel, dass 86% der Betroffenen zum Zeitpunkt der Befragung länger als sechs Monate unter Schlafproblemen litten, 37% sogar seit mehreren Jahren, so Schabus. Die beiden Schlafforscher folgern, dass dies darauf hinweise, dass es derzeit deutliche Defizite in der Versorgung von Patienten mit Schlafproblemen gibt. Hinsichtlich der möglichen Ursachen sagt Manuel Schabus, dass sich bei vielen Menschen die individuell wahrgenommene Belastung oft negativ auf den Schlaf auswirke. Und tatsächlich ergab die Umfrage, dass sich rund 57% zum Zeitpunkt der Befragung insbesondere durch berufliche Anforderungen belastet fühlten. Auch die Nutzung elektronischer Geräte bis kurz vor dem Schlafengehen könnte eine Ursache für schlechten Schlaf sein. Knapp 37% der Befragten gaben an, bis unmittelbar vor dem Schlafengehen elektronische Geräte wie Smartphone oder Laptop zu benutzen. „Das ist natürlich ungünstig, denn das Bildschirmlicht unterdrückt das körpereigene Schlafhormon Melatonin in vielen Fällen. Das lässt uns schlechter einschlafen.“, so Christine Blume.

[1] Blume, C., Hauser, T., Winkler, T., Heib, D. P., Gruber, W. R., & Schabus, M. (2019). How does Austria sleep? An update on self-reported sleep habits and complaints. https://doi.org/10.31219/osf.io/bdy73

 

siehe auch:

Schlaflänge passt, Schlafqualität nicht (salzburg.orf.at, 21/06/2019)

Salzburger Forscher: Österreicher schlafen lange, aber schlecht (Salzburger Nachrichten, 21/06/2019)