Insomnie: Emotionen sind wichtig

Insomnie: Bewältigung negativer Erlebnisse als wichtiger Faktor bei der Entstehung & Aufrechterhaltung der Schlafstörung

Peinliche Patzer oder andere emotionale Vorkommnisse sind meist schon gar nicht mehr so schlimm, nachdem man eine Nacht darüber geschlafen hat – zumindest bei den meisten Menschen. Bei Insomnie Patienten könnte genau das aber anders sein, fanden nun Forscher des niederländischen Instituts für Neurowissenschaften [1]. Sie baten Probanden, sich noch einmal in die Situation des beschämendsten Erlebnisses ihres Lebens zurückzuversetzen und fertigten dabei Bilder ihrer Gehirnaktivität in einem Magnetresonanztomographen an. Die Forscher fanden, dass gute Schläfer diese Erfahrungen als neutrale Erinnerungen abgespeichert hatten, nicht aber schlechte Schläfer, für die die Erinnerungen nach wie vor sehr emotional waren. Dieser Befund spricht dafür, dass ein wichtiger Faktor bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Insomnie Probleme bei der angemessenen Bewältigung negativer Erlebnisse sein könnten. Konkret könnten diese zunächst durch Schlafschwierigkeiten entstehen und in der Folge ihrerseits wiederum den Schlaf beeinträchtigen. Letztlich zeigen die Forschungsergebnisse von Wassing und Kollegen jedoch auch, dass ein therapeutischer Ansatzpunkt in der Behandlung der Insomnie die Bewältigung negativer Lebensereignisse sein könnte.

Quellen

Wassing, R., et al., Haunted by the past: old emotions remain salient in insomnia disorder. 2019.