Warum schlafen wir?

Warum schlafen wir?

Wir verbringen rund 1/3 unserer Lebenszeit schlafend. Wenig überraschend ist daher, dass Schlaf verschiedene wichtige Funktionen zu haben scheint.

1) Energieersparnis

Im Schlaf benötigt unser Körper rund 10% weniger Energie als wenn wir wach sind. Auch wenn dies in Zeiten, wo Nahrung immer und überall verfügbar ist, vermutlich weniger wichtig ist, so werden im Schlaf bestimmte Hormone ausgeschüttet, die Appetit und Stoffwechsel steuern. Störungen dieser Balance sind mit Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen wir Diabetes Typ II assoziiert. Studien fanden außerdem, dass Menschen, die regelmäßig 8h schliefen, einen niedrigeren Body-Mass-Index (BMI) hatten als Menschen, die regelmäßig weniger als 6h schliefen [1, 2].

2) Wiederherstellung des Normalzustands & Erholung

Schlaf dient außerdem der Wiederherstellung eines “Normalzustandes”. Beispielsweise sammeln sich während der Wachheit Stoffwechselprodukte im Gehirn (z.B. das sog. Adenosin), die uns müde machen. Im Schlaf werden diese Produkte entsorgt [3].

3) Gedächtnis

Schlaf hilft auch dabei, die Gedächtnisspuren dessen, was wir untertags gelernt haben, zu festigen [4, 5]. Das gilt sowohl für deklarative Inhalte, z.B. Vokabeln lernen , als auch für prozedurale Inhalte, d.h. Bewegungsabläufe beim Sport  oder auch wenn wir ein Instrument spielen [6]. Doch auch beispielsweise das Gedächtnis für Krankheitserreger (siehe auch Immunsystem) wird durch Schlaf verbessert. Wer die Nacht nach einer Impfung schläft, entwickelt mehr Antikörper als wenn jemand nicht schläft [7]!

4) Immunsystem

Über die Wichtigkeit von Schlaf für das Immunsystem haben wir bereits hier gesprochen. Kurz gesagt: Wer zu wenig schläft, dessen Immunsystem funktioniert nicht mehr so gut.

Quellen

  1. Taheri, S., et al., Short Sleep Duration Is Associated with Reduced Leptin, Elevated Ghrelin, and Increased Body Mass Index. PLOS Medicine, 2004. 1(3): p. e62.
  2. Knutson, K.L., et al., The metabolic consequences of sleep deprivation. Sleep Medicine Reviews, 2007. 11(3): p. 163-178.
  3. Basheer, R., et al., Adenosine and sleep–wake regulation. Progress in Neurobiology, 2004. 73(6): p. 379-396.
  4. Schabus, M., et al., Sleep spindle-related activity in the human EEG and its relation to general cognitive and learning abilities. European Journal of Neuroscience, 2006. 23(7): p. 1738-1746.
  5. Schabus, M., et al., Sleep spindles and their significance for declarative memory consolidation. Sleep, 2004. 27(8): p. 1479-1485.
  6. King, B.R., et al., Sleeping on the motor engram: The multifaceted nature of sleep-related motor memory consolidation. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 2017. 80: p. 1-22.
  7. Besedovsky, L., T. Lange, and M. Haack, The Sleep-Immune Crosstalk in Health and Disease. Physiological Reviews, 2019. 99(3): p. 1325-1380.