Was ist die optimale Schlafdauer?

Wer kennt das nicht: unter der Woche kommt der Schlaf schon mal zu kurz und umso schöner ist es, wenn man sich am Wochenende einfach nochmal auf die andere Seite drehen und weiterschlafen kann? Doch wie viel sollten wir eigentlich schlafen und was passiert, wenn wir zu wenig schlafen?

Vorweg muss man sagen, dass die optimale Schlafdauer individuell verschieden ist, bei den meisten Menschen liegt sie jedoch zwischen 7 und 8 Stunden pro Nacht. Studien zeigen außerdem, dass es durchaus in Ordnung ist, etwas Schlaf am Wochenende nachzuholen (z.B. Åkerstedt et al., 2017), zumindest auf die Lebenserwartung wirkt sich das nicht aus. Wer dauerhaft zu wenig schläft, d.h. weniger als rund 6,5h pro Nacht, bekommt jedoch mit recht hoher Wahrscheinlichkeit Probleme. Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Wild und Kollegen (2018), bei der über 10 000 Kanadier an einem Online-Assessment teilnahmen, fand beispielsweise, dass diese Personen generelle kognitive Probleme hatten, sowie spezielle Probleme beim logischen Denken und den sprachlichen Fertigkeiten. Wer nur vier Stunden pro Nacht schlief, dessen kognitive Fähigkeiten entsprachen denen einer acht Jahre älteren Person. Wer sich allerdings in der Nacht vor der Untersuchung eher an die empfohlene Schlafdauer von 7-8 Stunden hielt, der schnitt bei den kognitiven Tests besser ab. Dies zeigt dass sich bereits eine einzige Nacht mit mehr Schlaf positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirken kann.

Expertentipp: Versuchen Sie, rund 7-8 Stunden pro Nacht zu schlafen. Wenn Sie sich trotz dieser Schlafdauer nicht erholt fühlen, nicht so lange schlafen können, oder deutlich mehr Schlaf benötigen, sprechen Sie mit einem ausgewiesenen Schlafmediziner oder Ihrem Hausarzt über diese Probleme.

Quellen

Åkerstedt, T., Narusyte, J., Alexanderson, K., & Svedberg, P. (2017). Sleep Duration, Mortality, and Heredity—A Prospective Twin Study. Sleep, 40(10), zsx135-zsx135. doi:10.1093/sleep/zsx135

Wild, C. J., Nichols, E. S., Battista, M. E., Stojanoski, B., & Owen, A. M. (2018). Dissociable effects of self-reported daily sleep duration on high-level cognitive abilities. Sleep, zsy182-zsy182. doi:10.1093/sleep/zsy182